Pakistan 2017 - Grand Karakorum Traverse

 

Concordiatrek

 

oder:

 

Die “Große Karakorum Durchquerung” - ein Versuch den weltbekannten Trek zum einzigartigen Concordiaplatz in der Bergwelt des Karakorums mit einer Tour über den einsamen Sim La Pass durch die Gletscherwelt rund um den atemberaubenden Snowlake und des Hispar Gletschers zu verbinden.

 

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K2 (8611m) vom Broad Peak Base Camp

Bereits nur meine Antwort “Pakistan” auf die Frage, wo es denn in diesem Jahr im Urlaub hingehen solle, führte schon im Vorfeld dieser Reise in meinem Bekanntenkreis bestenfalls zu einem ungläubigen Kopfschütteln, meist nur zum Spruch: »Jetzt spinnt er total!«. Nur allzu oft verbindet man das Land mit Terror und Taliban.

Warum aber dann in ein Land wie Pakistan verreisen, welches in der deutschen Presse und somit auch in der Öffentlichkeit, ob zu Unrecht oder zurecht, wahrlich keinen guten Ruf hat?

Ein Grund dafür: im Nordosten des Landes befindet sich mit dem Karakorum das höchste Gebirge der Welt, wenn man dazu die “Durchschnittshöhe” der Landschaft annimmt. Mehr als die Hälfte der Gebirgsfläche liegt oberhalb von 5000 Metern. Im Himalaya befindet sich zwar mit dem Mount Everest der höchste Berg der Welt, aber der große Rest an hohen Bergen ist meist niedriger im Vergleich zum Karakorum. Sind es in Nepal 8 Achtausender und 36 Berge über 7000m, so hat Pakistan 5 Achttausender und mehr als 100 Berge über 7000m Höhe.

Die berühmteste Trekkingroute in Pakistan ist der im teilautonomen Sondergebiet Gilgit-Baltistan und dort im Karakorum gelegene Trek auf dem Baltoro Gletscher zum einzigartigen Concordiaplatz. Am “Concordiaplatz” treffen sich nicht nur mehrere Gletscher, er bietet auch noch eine schier unglaubliche Aussicht auf mehrere Achttausender und viele Siebentausender. Deshalb wird der Concordiaplatz auch oft als das “Herz des Karakorums” oder auch als der “Krönungssaal der Berge” bezeichnet.

Der im gleichen Gebirgszug liegende Snowlake ist ein auf über 4500m ü.NN gelegenes und geschätzt bis zu 1500m tiefes Gletscherbassin, eingebettet in die Bergwelt um die mehr als 100km langen Gletscher Biafo und Hispar, in die er seine Eismassen entlässt. Der Snowlake ist quasi eine kleine Ausführung der Antarktis oder ein Pendant zum patagonischen Inlandeisfeld. Den Concordiaplatz und den Snowlake erreicht man vom gleichen Startpunkt im Flußtal des Braldu einem Nebenfluß des Indus.

 

Zu Beginn meiner Planungen hatte ich bei einem Tourveranstalter nur eine Tour zum Concordiaplatz als Einzelperson angefragt. Beim gleichen Veranstalter hatte auch zu einem ähnlichen Termin eine einzelne Frau eine ähnliche Tour nachgefragt. Nach vielen Emails und Telefonaten haben Inna und ich uns darauf geeinigt, dass wir bei einem anderen Tourveranstalter eine abgewandelte Variante der “Grand Karakorum Traverse” durchführen werden.

Für die Tour sind 42 Tage in Pakistan veranschlagt, wenn man schon einmal in über 20 Jahren Berufsleben 6 Wochen Urlaub am Stück erhält. Gebucht haben wir die Tour beim renommierten Anbieter Snowlands Treks & Tours von Kamal Hussain im pakistanischen Skardu.

Die "Grand Karakorum Traverse" ist bei vielen Trekkingagenturen in Pakistan eine Kombination aus dem weltbekannten Concordiatrek auf dem Baltoro-Gletscher zu den Achtausendern K2, Broad Peak und Gasherbrum I und II (G1 und G2) und dem Biafo-Snowlake-Hispar-Gletscher Trek.

Angeboten werden solche Touren üblicherweise mit einer Länge von 27 bis 31 Tagen. Dabei wird der Concordiatrek gerne in umgekehrter Reihenfolge, d.h. dann gegen den Uhrzeigersinn, durchlaufen. In diesem Falle entsteht bereits zum Beginn der Tour das Problem, dass nach wenigen Tagen der extrem wetterabhängige und fast 5700m hohe Gondogoro La Pass überquert werden muss. Klappt dies nicht, was auch an verwaltungstechnischen Gründen “pakistanischer Art” liegen kann, dann ist der restliche Zeitplan der Tour obsolet.

Nur wenige pakistanische Anbieter bieten solch eine Tour in einer direkten Abfolge beider Einzeltouren im normalen Ablauf an, europäische Anbieter meist gar nicht und auch deutsche Veranstalter fast nie eine Snowlake-Variante. Da in 2016 die Querung des über 5100m hohen Hispar La Passes auf der Tour wegen riesiger Gletscherspalten nicht möglich war, wollen wir nicht über den Biafo Gletscher zum Snowlake, sondern über den sehr selten begangenen Sim La Pass, direkt an den atemberaubenden Bergen Latok und Ogre vorbei. Sollte in 2017 der Hispar La immer noch nicht passierbar sein, so würden wir über den Biafo Gletscher wieder zurück zum Ausgangspunkt der Tour in Askole wandern.

Alle Übernachtungen außerhalb von Städten (Islamabad, Skardu, Karimabad, ...) auf der Tour sind im Zelt, dabei sind wir zusammen mit einer einheimischer Begleitmannschaft unterwegs. In der ersten Woche schließen wir beide uns noch einer Tour zum Concordiaplatz mit festem und garantiertem Starttermin an. Im Anschluss sind wir nur noch als “Zweipersonengruppe” unterwegs, mit dem Queren des Sim La auch in einer sehr abgeschiedenen Gegend, die nur sehr selten begangen wird.

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Panoramafoto: K2 (8611m) und Broad Peak (8051m) vom Broad Peak Base Camp aus

Der geplante Reiseablauf: Anreise nach Pakistan über Islamabad - Flug nach Skardu - Akklimatisation in den Deosai Plains - Askole - Concordiaplatz - K2 Base Camp (BC) - Broad Peak BC - Pastore Peak BC mit Aufstieg zum 6137m hohen Pastore Peak - Gasherbrum BC - Gondogoro La - Hushe - Skardu - Askole - Panmah Gletscher - Latok BC - Sim La - Snowlake - Hispar La - Hispar - Karimabad - Gilgit - Flug nach Islamabad - Rückreise nach Deutschland.

Was die Kosten dieser Reise betrifft: Inkl. Flug sind die 43 Tage pro Person kaum teurer als bis zu 25 Tage Concordiatrek in der Gruppe bei den renommierten deutschen Reiseveranstaltern, von denen sich zumindest einer in den nächsten Jahren des gleichen pakistanischen Veranstalters wie wir bedienen will.

Nur wird für mich die Reise ungeplant aus gesundheitlichen bzw. aus wirklich “primär überlebensnotwendigen” Gründen ein vorzeitiges Ende nehmen.

Dazu auf den nächsten Seiten mehr.

Viel Vergnügen auf den nächsten Seiten.

 

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